Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft

Zusammenspiel von Bergbau, Technik und kaiserlicher Macht
Art der Stätte:
Kulturstätte
Aufnahmejahr:
1992
Bundesland:
Niedersachsen
Ort:
Goslar
Altstadt von Goslar

Der 1988 stillgelegte Rammelsberg dokumentiert zehn Jahrhunderte Bergbaugeschichte. Er ist als einziges Bergwerk der Welt kontinuierlich über 1000 Jahre in Betrieb gewesen und war einst das größte zusammenhängende Kupfer-, Blei- und Zinkerzlager der Welt. Aufgrund des Reichtums an Bodenschätzen prägte das Bergwerk auch die Geschichte und Entwicklung der benachbarten Stadt Goslar. Zusammen wurden die Altstadt von Goslar und der Rammelsberg 1992 von der UNESCO zum Welterbe ernannt. Im Jahr 2010 erfolgte die Erweiterung der Welterbestätte um die Oberharzer Wasserwirtschaft, die einst die Wasserkraft für den Bergbau nutzbar machte und als eines der weltweit größten vorindustriellen Energieversorgungssysteme gilt.

 

UNESCO-Welterbetag 2020

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Themen des UNESCO-Welterbes im Harz: Wasserwirtschaft

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Teiche, Gräben und Wasserläufe durchziehen die malerische Landschaft des Oberharzes: Sie sind die sichtbaren Bestandteile der Oberharzer Wasserwirtschaft, die seit der frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert hinein gestaltet wurden. Die Teiche waren einst Energiespeicher: Sie lieferten das Antriebswasser für die Erzförderung, die Pumpen der Bergwerke und später für den Personentransport. Zum Welterbe gehören heute 340 Kilometer Wassergräben und 30 Kilometer Wasserläufe. 63 der 107 erhaltenen Teiche sind bis heute in Nutzung: Sie dienen der Energieversorgung, als Hochwasserrückhalt, Trinkwasserspeicher oder Badeteich. Diese eindrucksvolle Kulturlandschaft lässt sich bei einem Spaziergang oder einer geführten Wanderung - auch unter Tage - mit einem zertifizierten Welterbe-Guide entdecken.

Themen des UNESCO-Welterbes im Harz: Bergbau

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Im westlichen Harz erstreckt sich die größte und älteste Bergbauregion für Silber, Kupfer, Blei und Zink in Europa. Die Verwendung von Goslarer Kupfer ist archäometallurgisch seit der Bronzezeit nachgewiesen. Die Anfänge des Harzbergbaus lagen somit vor über 3000 Jahren am Rammelsberg, der als einziges Bergwerk der Welt über tausend Jahre dauerhaft in Betrieb war. Mehrere Oberharzer Bergwerke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert sind Bestandteil im UNESCO-Welterbe: die Grube Samson in St. Andreasberg, die Schächte Ottiliae und Kaiser Wilhelm II. in Clausthal-Zellerfeld, Ernst-August- und 19-Lachterstollen in Wildemann sowie Knesebeck in Bad Grund.

Themen des UNESCO-Welterbe im Harz: Architektur

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Bergbaustädte boomen und stagnieren mit den Rohstoffen, die ihre Existenz begründeten. Sie hinterließen der Welterbe-Region ein reiches Kulturerbe der Architektur und des Städtebaus. Reichs- und Hansestadt Goslar und Zisterzienserkloster Walkenried (Südharz) verdankten beide ihren Wohlstand Bergbauanteilen, Montanwissen oder dem Erzhandel. Ein Jahrtausend wuchs Goslar als Handelsplatz auf mittelalterlichem Grundriss. Seit dem 16. Jahrhundert schrieb sich der Oberharzer Erzbergbau mit seiner Wasserwirtschaft und der Gründung von freien Bergstädten in die Landschaft ein. Ihre Prosperität vom 17. bis 19. Jahrhundert bezeugen Oberbergamt, Rathaus, etc.

Themen des UNESCO-Welterbe im Harz: Landschaftswandel

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Eingebettet in Bergwälder und Hochmoore, die sich im Nationalpark Harz zur Wildnis entwickeln, werden historische Ingenieurbauwerke oft nicht als »Kultur«, sondern als »Natur« wahrgenommen. Wegen der Vielfalt der Bergbauzeugnisse aus über einem Jahrtausend auf dem Betriebsgelände und in der umgebenden Landschaft wurden das Erzbergwerk Rammelsberg und die Goslarer Altstadt 1992 als erstes deutsches Industriedenkmal in den Rang eines Welterbes erhoben. Seit dem Spätmittelalter entstanden im Harz rund 150 Speicherteiche, von denen 107 erhalten sind. Wie Höhenlinien einer Landkarte folgt ein akribisch geplantes Netz aus Wassergräben der Landschaftskontur. Sie sammeln großflächig den im Harz reichlich fallenden »Steigungsregen« und leiten ihn zu den Stauteichen.

Welterbe Rammelsberg: Roeder-Stollen

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Der Roeder-Stollen, benannt nach seinem Schöpfer Oberbergmeister Johann Christoph Roeder, ist in seiner Gesamtheit ein über 200 Jahre altes System von Energieleitungen und Maschinen, welches über knapp 100 Jahre den Bergbau am Rammelsberg möglich machte. Bei einer Führung durch diesen Stollen folgen Sie dem untertägigen Weg des Wassers, welches dem Bergbau als Energieträger diente, hin zu gewaltigen Wasserädern mit deren Hilfe die Grube entwässert und das Erz gefördert wurde.

Welterbe Rammelsberg: Schrägförderanlage

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Die Schrägförderanlage, umgangssprachlich auch als Schrägaufzug bezeichnet, ist eine Art Lastenfahrstuhl am unteren Hang des Rammelsberges. Sie befindet sich zwischen der Aufbereitungsanlage und der Kraftzentrale und verbindet das Gleisbett der Grubenbahn auf der Werksstraße mit dem Gleisbett der oberen Ebene des Aufbereitungsgebäudes. Auch Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit zu einer Fahrt.

Welterbe Rammelsberg: Grubenbahn

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Im Welterbe Rammelsberg können Sie mit der Grubenbahn in den Berg einfahren. Im Anschluss an die knapp fünfminütige Fahrt erläutert Ihnen Ihr Grubenführer – anhand der eingesetzten Maschinen – die wichtigsten Tätigkeiten der Bergleute in der Endphase des Rammelsberger Bergbaus.

Auf einen Spaziergang durch die Klosteranlage Walkenried

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Dr. Brigitte Moritz, Kuratorin im ZisterzienserMuseum Walkenried, gibt einen Überblick über die Klosteranlage, die sich in Walkenried im südlichen Niedersachsen, am südlichen Harzrand (Landkreis Göttingen) befindet. Das Kloster wurde 1127 gestiftet und beherbergt seit 2006 ein überaus besuchenswertes Museum. Seit 2010 gehört die Anlage zum UNESCO-Welterbe.

Auf einen Spaziergang durch die Aufbereitung im Welterbe Rammelsberg

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Dr. Johannes Großewinkelmann, stellvertretende Museumsleitung des Welterbe Rammelsberg, nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf einen Spaziergang durch die Aufbereitung im ehemaligen Erzbergwerk Rammelsberg.

Lieblingsorte in der gotischen Klosteranlage Walkenried: der Lesegang

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Der Lesegang, der nördliche Walkenrieder Kreuzgangflügel, weist eine architektonische Besonderheit auf: Seine Gewölbe werden in der Mitte von Säulen getragen, er ist doppelschiffig. Diese bauliche Rarität ist seit je her Markenzeichen Walkenrieds. Der Gang ist geprägt durch seinen außergewöhnlichen Raumcharakter, durch das Zusammenspiel von Höhe, Weite, Lichteinfall und durch die Rhythmisierung des Raumes mit Hilfe der mittleren Säulenreihe.

Lieblingsorte in der gotischen Klosteranlage Walkenried: der Kreuzgarten

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Der Kreuzgarten ist das Herz eines jeden mittelalterlichen Klosters, hier treffen Himmel und Erde zusammen. Architektonisch umschlossen vom Quadrat der vier Kreuzgangflügel, öffnet er sich frei nach oben. Neben seiner symbolischen und spirituellen Bedeutung – der Kreuzgarten ist im eigentlichen Sinn kein Garten – dient er ganz irdisch den Walkenrieder Mönchen zum Trocknen und Bleichen ihrer Wäsche.

Lieblingsorte in der gotischen Klosteranlage Walkenried: der Brüdersaal

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Der Brüdersaal ist im Mittelalter der Arbeitsraum der Mönche. Körperliche Arbeiten bedeuteten den Mönchen ebenso Demut vor Gott wie das Beten im Gottesdienst. Im Brüdersaal werden Handarbeiten, die keiner eigenen Werkstatt bedürfen, verrichtet. Die Fenster des Raumes öffnen sich in Walkenried nach Osten und fangen das Licht für die morgendlichen Tätigkeiten der Mönche ein.

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Gerhard Lenz: Das verbindende Element von Welterbestätten

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Gerhard Lenz, Direktor der Stiftung UNESCO-Welterbe im Harz und Geschäftsführer des Welterbes Rammelsberg, zum verbindenden Element von Welterbestätten.

Vielfalt des UNESCO-Welterbes im Harz: 19-Lachter-Stollen

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Erfahren Sie das UNESCO-Welterbe im Harz mit Menschen, die im und für das Welterbe leben: 19-Lachter-Stollen. Der einzige für Gäste regelmäßig zugängliche Wasserlösungsstollen des Harzes führt rund 500 Meter weit in den Berg hinein. Der Stollen wurde im 16. Jahrhundert begonnen und diente der Wasserableitung aus den höher gelegenen Gruben bei Zellerfeld und Clausthal. Von einer Brücke aus blicken Sie 261 Meter in die Tiefe des Ernst-August-Blindschachtes. Im Hintergrund dreht sich ein beeindruckendes Kehrrad von 9 Metern Durchmesser.

Vielfalt des UNESCO-Welterbes im Harz: Welterbe Rammelsberg

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Erfahren Sie das UNESCO-Welterbe im Harz mit Menschen, die im und für das Welterbe leben: Welterbe Rammelsberg. Das einst größte zusammenhängende Kupfer-, Blei- und Zinklager der Welt und dessen Anlagen gewähren Besuchern einzigartige Einblicke in 1.000 Jahre Bergbau. Wagen Sie sich bei einer Stollenbegehung oder mit der Grubenbahn in die Tiefe des Berges. Über Tage erwarten Sie die imposante Erzaufbereitungsanlage und die Museumshäuser mit Wissenswertem über Leben und Arbeiten der Bergleute seit dem Mittelalter.

Vielfalt des UNESCO-Welterbes im Harz: Grube Samson

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Erfahren Sie das UNESCO-Welterbe im Harz mit Menschen, die im und für das Welterbe leben: Grube Samson. Das Bergwerk Grube Samson in Sankt Andreasberg zählt zu den bedeutendsten Montandenkmälern Europas. Hier wurden von 1521 bis 1910 vor allem Silbererze gefördert. Der Samson zählte lange zu den tiefsten Bergwerken der Welt. Hier steht die weltweit einzige noch betriebsbereite „Fahrkunst“, heute ein anerkanntes internationales Maschinendenkmal. Beeindruckend sind auch die beiden Wasserräder, das neun Meter hohe Kehrrad von 1820 und das zwölf Meter hohe Kunstrad, das während der Führung wie vor Jahrhunderten mit Wasser angetrieben wird. Das heutige Gebäudeensemble ist das letzte komplett erhaltene Bergwerk des historischen Oberharzer Erzbergbaus.

Vielfalt des UNESCO-Welterbes im Harz: Rathaus Goslar

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Erfahren Sie das UNESCO-Welterbe im Harz mit Menschen, die im und für das Welterbe leben: Rathaus Goslar. Das Goslarer Rathaus ist ein Jahrhundertbauwerk im ganz speziellen Wortsinn: beginnend in der Mitte des 15. Jahrhunderts mit dem Ostflügel, dessen Arkaden sich zum Marktplatz öffnen, wurde es über mehr als 400 Jahre durch immer neue Anbauten vergrößert. Bestimmend für den Gesamteindruck ist allerdings das 16. Jahrhundert, eine Blütezeit Goslars, in der die Hansestadt und Freie Reichsstadt vom Aufschwung des Bergbaus profitierte. Ein Highlight ist der „Huldigungssaal“ der zwischen 1505 und 1520 als Ratssitzungssaal eingerichtet wurde und ein einzigartiges Kleinod spätgotischer Raumkunst ist.

Vielfalt des UNESCO-Welterbes im Harz: Ottiliae-Schacht

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Erfahren Sie das UNESCO-Welterbe im Harz mit Menschen, die im und für das Welterbe leben: Ottiliae-Schacht. Ottiliae war von 1878 bis 1930 zentraler Förderschacht für Silber-, Blei- und Zinkerze der Berginspektion Clausthal. Das aus dieser Zeit stammende, eiserne Fördergerüst von 1876 ist das älteste erhaltende seiner Art in Europa. Um weiter Energie aus der Oberharzer Wasserwirtschaft zu erzeugen, wurde 1942 auf dem Ernst-August-Stollen – 365 Meter unter Tage – ein Kavernenkraftwerk eingebaut. Bis 1980 erzeugten Turbinen der Betriebsabteilung KRAWA (Kraft und Wasserwirtschaft) Energie für die PREUSSAG-Werke in Grund, Oker und Goslar-Rammelsberg. Seit 1985 gehört der Ottiliae-Schacht mit der 1990 rekonstruierten Tagesförderbahn zum Oberharzer Bergwerksmuseum.

Vielfalt des UNESCO-Welterbes im Harz: Oberharzer Wasserwirtschaft

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Erfahren Sie das UNESCO-Welterbe im Harz mit Menschen, die im und für das Welterbe leben: Oberharzer Wasserwirtschaft. Teiche, Gräben und Wasserläufe durchziehen die malerische Landschaft des Oberharzes: Sie sind die sichtbaren Bestandteile der Oberharzer Wasserwirtschaft, die seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein gestaltet wurden. Die Teiche waren einst Energiespeicher: Sie lieferten das Antriebswasser für die Erzförderung, die Pumpen der Bergwerke und später für den Personentransport. Zum Welterbe gehören heute 340 Kilometer Wassergräben und 30 Kilometer Wasserläufe. 63 der 107 erhaltenen Teiche sind bis heute in Nutzung: Sie dienen der Energieversorgung, als Hochwasserrückhalt, Trinkwasserspeicher oder Badeteich.

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