Der UNESCO-Welterbetag

Einen Blick hinter die Kulissen des Welterbes gewähren, Welterbestätten erleben und erlebbar machen und somit letztlich Menschen zusammenführen - diesem dreifachen Zweck dient der UNESCO-Welterbetag.

2005 wurde der UNESCO-Welterbetag von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Welterbe verbindet“ wird er seither alljährlich am ersten Sonntag im Juni deutschlandweit begangen. Viele der 46 deutschen Welterbestätten feiern mit. 2020 findet der UNESCO-Welterbetag das erste Mal digital und online statt.

Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, eröffnet den diesjährigen UNESCO-Welterbetag 2020. Erfahren Sie in diesem Gespräch, was Sie auf der Aktionsseite www.unesco-welterbetag.de erwartet.

46 Stätten an einem Tag erkunden

Insgesamt 46 Kultur- und Naturerbestätten zählen in Deutschland zum UNESCO-Welterbe. Vom Wattenmeer, über den Kölner Dom, die Buchenwälder der Karpaten bis hin zum Augsburger Wassermanagement-System – zusammen machen sie die Geschichte der Menschheit und die Wunder der Natur erlebbar, wecken das Interesse an der eigenen Geschichte und ermöglichen, sich darin zu reflektieren.  

Am UNESCO-Welterbetag bieten viele der 46 Welterbestätten in Deutschland ein vielseitiges Programm, das zum Erkunden und Entdecken des Kultur- und Naturerbes einlädt. Führungen und Vorträge, Musik und Aktionen rücken die Welterbestätten dabei nicht nur als Orte besonders sorgfältiger Denkmalpflege ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, sondern stärken auch ihre Rolle als Vermittler der UNESCO-Grundsätze.
 

Claudia Schwarz vom Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland begrüßt Sie zum UNESCO-Welterbetag! Die Deutsche UNESCO-Kommission und der Verein UNESCO-Welterbestätten Deuschland richten den Tag gemeinsam mit 38 der 46 Stätten in Deutschland aus - mehr als je zuvor!

Erkunden, erfahren, experimentieren

Jede Welterbestätte ist ein Ort auf einer faszinierenden Landkarte der kulturellen Unterschiede und ein Lernort der interkulturellen Verständigung. Insbesondere für die Menschen, die in unmittelbarer Nähe eines Welterbes wohnen, stellt „ihre Welterbestätte“ einen wichtigen Bezugspunkt dar, sei es kulturell, historisch oder wissenschaftlich.

Durch den UNESCO-Welterbetag sollen Besucherinnen und Besucher deshalb die Möglichkeit erhalten, ihre Stätte noch besser kennen zu lernen. Die Aktion dient als Forum der Kommunikation und Begegnung mit den Menschen vor Ort. Der Grundgedanke ist dabei, das Welterbe mithilfe von Vorträgen, Führungen, Ausstellungen und Mitmachaktionen erlebbar zu machen und die eigene Kultur als Teil eines vielfältigen Erbes der Menschheit zu verstehen.

Die zahlreichen Aktivitäten richten sich nicht nur an interessierte Besucherinnen und Besucher, sondern insbesondere an Bewohnerinnen und Bewohner, die „ihr“ Welterbe neu erkunden und erleben möchten.

Eine weitere besondere Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche. Denn es ist nicht zuletzt dem Engagement junger Menschen zuzuschreiben, dass der Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Welterbestätten auf Dauer garantiert werden kann. Mit altersgerechten Aktionen am UNESCO-Welterbetag soll das Interesse der Jugend für den Denkmal- und Naturschutz geweckt werden.
 

Hintergrund

Aktuell zählen 1.121 UNESCO-Welterbestätten in weltweit 167 Ländern zum UNESCO-Welterbe. 46 von ihnen befinden sich in Deutschland. Welterbestätten sind Zeugnisse vergangener Kulturen, künstlerische Meisterwerke und einzigartige Naturlandschaften. Ihnen gemeinsam ist ihr außergewöhnlicher universeller Wert, also ihre Bedeutung nicht nur für nationale oder lokale Gemeinschaften, sondern für die gesamte Menschheit.

Grundlage für das Welterbe ist die UNESCO-Welterbekonvention von 1972 - eines der erfolgreichsten internationalen Schutzinstrumente für Natur- und Kulturerbe weltweit. Die Welterbekonvention basiert auf dem Prinzip der internationalen Solidarität und Zusammenarbeit zum Schutz von Kultur- und Naturstätten von außergewöhnlichem universellen Wert. Der Schutz, der Erhalt und die Vermittlung des Welterbes liegen in der Verantwortung der gesamten Menschheit.

Im Sinne der Welterbekonvention kommt der Vermittlung von Welterbe eine ebenso große Bedeutung zu wie dem Schutz und Erhalt der Stätten. Denn mit der Eintragung in die UNESCO-Welterbeliste verpflichten sich Vertragsstaaten und Welterbestätten Wissen und Kenntnisse über das Erbe der Menschheit an Jung und Alt weiterzureichen. Ihre Aufgabe ist es auch, die Gesellschaft für die Dringlichkeit des Erhalts zu sensibilisieren. Der UNESCO-Welterbetag leistet dazu einen wertvollen Beitrag.

 

Die Organisatoren

Der UNESCO-Welterbetag wurde 2005 auf Initiative der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland ins Leben gerufen.

Die Deutsche UNESCO-Kommission ist Deutschlands Mittlerorganisation für multilaterale Politik in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Als UNESCO-Nationalkommission wirkt sie maßgeblich an der Umsetzung der Welterbekonvention in Deutschland mit. Seit 2016 ist die Deutsche UNESCO-Kommission zudem die „Informationsstelle Welterbe in Deutschland“ und als solche eine zentrale Vermittlerin zwischen den unterschiedlichen Akteuren im Bereich Welterbe. Gefördert wird die Informationsstelle vom Auswärtigen Amt.

Der UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. ist ein Zusammenschluss von Welterbestätten in Deutschland und der jeweiligen touristischen Organisationen. Der Verein – zuvor als Werbegemeinschaft aktiv – wurde im September 2001 in Quedlinburg gegründet. Er hat sich insbesondere die Förderung eines behutsamen und hochqualifizierten Tourismus im denkmalverträglichen Ausmaß zum Ziel gesetzt.